Gottes Werk in meinem Leben – Teil 4

Es gab noch eine Zeit in meinem Leben, in der ich Gottes Hand arbeiten sah. Das war die Zeit während der zweiten und dritten HTL. In dieser Zeit hatte ich eine Knieverletzung.

Wie schon erwähnt bin ich nicht gerade die Sportskanone, die ich vielleicht mal sein wollte. Nichtsdestotrotz war ich damals in der Basketball Mannschaft unserer Klasse. Ihr könnt euch vorstellen, wie schlecht unsere Klasse war, wenn ich ein Spieler in diesem Team war. xD

Wie es üblich war, hatten wir vor den Osterferien immer ein Basketball Turnier in der Schule. Gleich beim ersten Spiel, glaub nicht mal 5 Minuten waren um, hatte ich mich selbst verletzt. Ich hatte neue Hallen Schuhe an und diese sind am Anfang überhaupt nicht rutschig auf den Hallenboden. Der Ball war irgendwie bei mir und ich wollte mich umdrehen, um nach vorne zu laufen. Mein Fuß blieb aber am Boden fest und ich drehte mich komplett aus dem Knie um. Das war ein Schmerz, wie als wäre mir jemand mit der Ferse voraus direkt ins Knie geflogen.

Da bin ich sofort umgefallen. Es war etwas blöd, weil ich ganz alleine dastand, also wusste ich, dass ich mich selbst verletzt hatte. Für die anderen war das sehr lustig und ich hätte es glaub ich auch lustig gefunden, hätte ich diese Schmerzen nicht gehabt. Ich saß dann noch ein paar Minuten am Rand, bis ich meine Mutter anrief, mich ins Krankenhaus zu fahren.

Dort angekommen stellten die Ärzte fest, dass meine Bänder, die die Kniescheibe hielten, komplett durchtrennt waren und die Kniescheibe verrutscht war. Man konnte das mit dem freien Auge sehen. Für die Ärzte und Krankenschwestern unter uns, die sagten da immer Patella Luxation dazu. Ich hoffe, ich habe es richtig geschrieben.

Und dann wurde ich ins Krankenhaus aufgenommen, mit einem Riesen-Gibt, von der Ferse bis ganz nach oben zum Hintern. Ich konnte nicht mal richtig sitzen. Den Fuß durfte ich halt nicht bewegen, gar nicht. Bevor diese Verletzung passierte hatte ich spirituell wieder eine schwerere Phase. Ich wollte nicht mehr die Bibel lesen, ich konnte nicht mehr beten, es fiel mir alles so schwer. Gott aber ließ wieder eine Verletzung, um mich wachzurütteln.

Ich war im Krankenhaus und ich hatte damals einen Laptop. Und um mir die Zeit zu vertreiben, sah ich Tag und Nacht nur Filme, einer nach dem anderen. Ich hatte schon Kopfschmerzen wegen dem ganzen Schauen. Aber meine Mutter packte mir damals auch die Bibel und ein christliches Buch ein. Ich weiß noch, es ging um Lügen, und was das für Auswirkungen hat, usw. Und nachdem ich schon um 7 mit meinem Filmmarathon begonnen hatte, las ich nie etwas.

Doch als ich dann am Nachmittag so gegen 17.00 mit einem Film fertig war, konnte ich nicht weiter schauen, die Kopfschmerzen und meine Augen brannten. Weiß nicht was das damals für ein Laptop war Aber ich sah die Bibel und dachte mir, jetzt muss ich lesen. Ich nahm die Bibel und las ein paar Verse und die Kopfschmerzen vergingen sofort, das Brennen in den Augen, das ich vom ganzen Filme schauen bekam, das war weg. Und ich weiß noch, ich las da so lange. Als die Krankenschwester dann in der Nachtwache vorbeikam, war ich noch immer am Lesen. Ich weiß nicht mehr, welche Stelle ich genau gelesen habe, aber es entfachte in mir wieder die Liebe zum Bibellesen.

Irgendwie war es mir damals peinlich erwischt zu werden, wie ich bete oder die Bibel Lese, deswegen humpelte ich immer in die Krankenhaus-Kapelle, und betete dort. Und ich war oft lange dort, da ich nur in der Früh ein, zwei Stunden Therapie hatte und dann erst am Abend wieder ein, zwei Stunden. Damals spürte ich Gottes nähe und ich liebte es so sehr.

Zusätzlich zu dem hatte ich eigentlich eine Phase, in der ich erkannte, dass ich keine richtigen Freunde hatte, und das deprimierte mich. Vor der Verletzung, meine ich. Aber Gott hat mir durch diese Verletzung wieder das Gegenteil bewiesen. Es kamen so viele Freunde vorbei. Manche kamen sogar öfter, obwohl ich nur 10 Tage oder so im Krankenhaus war. Eine Freundin und frühere Klassenkollegin kam sogar jeden Tag vorbei, weil sie damals in Graz ihre Ausbildung machte. Das war ein so großer Segen für mich. Ich danke Gott für diese Zeit! Auch wenn ich nur kurz vorher meine Freunde nicht sehen konnte, hieß es nicht, dass sie nicht da waren. Es musste eine Verletzung passieren, damit ich erkannte, dass ich auf horizontaler Ebene nicht alleine war.

Aber bis ich das alles begriffen hatte, verging noch viel mehr Zeit. Ich hatte diese Verletzung dann noch zweimal. Ein mal war es nur zwei Monate nach der ersten Verletzung. Ich spielte zum ersten Mal wieder Fußball, nach der Verletzung, und es war klar, es musste etwas passieren.

Nach den ersten paar Schritten knickste ich wieder um. Wieder diese Schmerzen, wieder diese Verletzung. Augenscheinlich sah es jetzt aber schlimmer aus. Die Kniescheibe war komplett auf die Seite geschoben, Rechts neben dem Kniegelenk. Noch dazu, wir waren damals mit allen Verwandten irgendwo, mitten in Rumänien, eine komplette Hotelanlage gemietet, da wir sehr viele waren. Eigentlich mitten im Nirgendwo. Das nächste Krankenhaus war weit entfernt und wir wussten nicht, was wir machen sollten.

Die Rezeptionistin war da und sie sagte uns, sie kennt eine alte Masseurin, hier in der Nähe, die das machen kann. Es stellte sich raus, dass diese Masseurin auch gläubig war und sie durch die Kraft Gottes das Massieren gelernt hat. So heilte sie Menschen von vielen Krankheiten. Sie war damals sicher 90 Jahre alt, als ich sie kennenlernte. Durch Massieren konnte sie mir die Kniescheibe wieder an die richtige Position legen, ohne Schmerz. Ich hatte meine Schiene dabei und sie gab mir noch so eine Ölmischung, die sie mir aufs Knie legte und ich war schmerzfrei. Bis ich eine Woche später in Österreich ankam, hatte ich keine Schmerzen.

Der große Segen war auch damals, dass wir diese Masseurin nie kennenlernen konnten, wenn ich mich nicht wieder verletzt hätte. Diese Masseurin massierte dann noch viele von meinen Verwandten und für die war das ein Segen.

Etwa 10 Monate später verletzte ich mich wieder, nur diesmal war es nicht so schlimm. Ich kannte das ganze Prozedere und wusste schon was mich erwartet. Krankenhaus, Gips, Schiene, Therapie, usw. Aber wie schon das erste Mal im Krankenhaus, Gott segnete mich mit einer besonderen Zeit mit ihm. Ich ging wieder in die Kapelle, um zu beten und aus der Bibel zu lesen. Und auch damals besuchten mich viele Freunde, um mich aufzumuntern und zu stärken. Danke euch allen dafür, falls ihr das liest. Gott segne euch alle. Ihr wart ein wahrhaftiger Segen für mich.

Was ich nun darauf schlussfolgere ist, dass Gott uns oft durch eine solche Situation führen muss, damit wir fundamentale Dinge erkenne. Bei mir war es, dass ich erkennen musste, dass ich nicht alleine bin, erstens auf spiritueller Ebene hatte ich diese besondere Zeit mit Gott, und dann noch meine Freunde. Vielleicht gehst auch du gerade durch eine solche Situation. Ich rate dir, nimm die Bibel, bete, Gott wird alles zum guten richten. Er wird immer bei dir sein. Das verspricht er dir, wenn du ihn suchen. Gott segne euch alle!

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