Gottes Werk in meinem Leben – Teil 3

Meine Erfahrungen mit Gott hören hier nicht auf. Nach meiner Taufe, wie ich schon erwähnt habe, hatte ich eine Phase, in der ich am Boden, spirituell gesehen, war. Auch wenn ich damals bei der Taufe gesagt hatte bis ans Lebensende, hatte ich mich langsam von der Kirche abgewandt. Ich begann mich auf Freundschaften zu konzentrieren, die außerhalb der Gemeinde waren. So dachte ich mir damals, wenn ich meinen Freundeskreis weltlicher gestalte, dann werde ich auch bald weltlicher sein. Ich war ein paar mal mit diesen Freunden aus und schnell merkte ich, dass ich mich von Gott abwandte.

Es begann mit dem Matura-Ball, als ich noch in der vierten HTL war. Wir mussten für die damalige fünfte Klasse den Saal aufräumen und dafür bekamen wir einen Gratis Eintritt zum Ball. Wir mussten auch während dem Ball aushelfen. Also hatte ich so zu sagen eine Ausrede für meine Eltern, denn man muss hingehen, um aufzuräumen. Ich war mit meinen damaligen Freunden dort, die sich volllaufen ließen und keine Rücksicht nahmen. Und ich machte da voll mit. Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Bis dorthin kannte ich nur das christliche leben, sonntags Kirche, Freitag/Samstag Proben für den Chor und Orchester in der Gemeinde, mittwochs Gebet. Ich kannte nur diese Sachen. Deshalb wollte ich etwas Neues probieren. Mein Gewissen plagte mich den ganzen Abend, aber ich hatte doch Spaß. Hätte ich da null Spaß gehabt, hätte ich das nie wieder gemacht. Aber viel, viel später erkannte ich, dass dieser Spaß nur für den Moment war.

Gott aber arbeitet so wundervoll. Genau in dieser Zeit begannen die Diplomarbeiten. Es wurde eine Liste ausgeschrieben mit den Themen und Firmen, die man wählen kann, bei denen man eine Diplomarbeit machen kann. Ich und ein Kollege aus meiner Klasse suchten uns gemeinsam ein Thema aus, das uns nicht sehr schwer vorkam und gut aussah. Zwei, drei Wochen später wurden die Diplomarbeiten endgültig ausgeteilt. Aber ein Thema blieb übrig, das aber für den Direktor sehr wichtig war, da diese eine Firma eine Partnerfirma der HTL war. Und wie Gott es so wollte, bekam ich dieses Thema zugeteilt. Für mich war das der Horror. Ich bekam ein Thema zugeteilt, mit dem ich damals gar nichts anfangen konnte, ich wusste nicht, was auf mich zukam, ich konnte es nicht mal einschätzen. Und ich dachte mir wieder, das kann nur eine Bestrafung Gottes sein.

Gott machte das nicht, weil er mich bestrafen wollte, sondern weil er mich wieder segnen wollte. Aber ich hatte das nicht begriffen. In diesem Sommer fuhren meine Familie nach Rumänien, um unsere Verwandten dort zu besuchen, aber ich blieb in Österreich, da ich lernen musste, weil ich in einem Fach damals im Herbst zur Prüfung antreten musste. Ich sagte, ich muss daheim bleiben, um zu lernen, aber eigentlich wollte ich nur mit meinen Freunden fortgehen. Ich war damals zwei Nächte mit ihnen fort, aber mein Gewissen plagte mich so sehr, dass ich nicht mehr gegangen bin. Zwischendurch hatte ich so Momente, wo ich versucht habe mich wieder Gott zu nähern, doch ist es mir so schwergefallen, es ging einfach nicht.

Doch der allmächtige Gott war der, der alles in der Hand hielt. Die Zeit verging, ich trat im Herbst zur Prüfung an, und weil ich nicht gelernt hatte, hatte ich diese auch nicht geschafft, war doch klar. Ich hatte die Prüfung am Vormittag und wusste schon, dass ich sie nicht geschafft habe, doch blieb noch die Entscheidung offen, da es nur ein 5er war, ob ich aufsteigen darf oder nicht. Ich zitterte den ganzen Tag, bis ich am Abend dann die Entscheidung des Lehrers erfuhr, dass ich aufsteigen kann. Ich war erleichtert, aber ich wusste nicht, dass das auch ein Teil Gottes Plan war.

Wie schon vorher erwähnt, hatte ich nun diese Diplomarbeit am Halt, die ich eigentlich gar nicht haben wollte. Es ging um RFID-Chips zur Erkennung von Schnecken in einem Extruder. Ich wusste gar nichts darüber. Wir hatte dann unser erster und zweites Treffen mit der Firma, für die wir das machten und es stellte sich heraus, dass es eine einfachere Aufgabenstellung gar nicht gab. Wir mussten eigentlich nur recherchieren für diese Firma, ein paar Telefonate mit Herstellern von RFID-Chips führen und die Möglichkeiten auflisten, die es gibt, diesen Chip in die Schnecke zu bekommen. Ich würde sogar sagen, dass wir die leichteste Aufgabenstellung in der Klasse hatten. Das war eigentlich der Erste Segen, der daraus entstand, Gott gab mir eine so leichte Diplomarbeit, obwohl ich dachte, dass es eine Bestrafung war.

Es kam die Matura. In dieser Zeit begann ich mich Gott wieder vollkommen zu nähern, ich spürte seine Nähe wieder. Ich bereute all das, was ich getan hatte in dem Jahr zuvor und bekehrte mich zu ihm. Weltlich gesehen war es eine sehr schwere Zeit für mich, wegen der Matura und all dem Stress, aber spirituell war ich auf der Höhe.

Aber Gottes Plan endete nicht hier. Als ich dann meinen Abschluss machte, hatte ich eigentlich drei Varianten, die ich nun angehen konnte. Entweder ich beginne ein Studium in Elektrotechnik oder ich folge meiner Leidenschaft und studiere Tontechnik, obwohl ich wusste, dass das in Österreich nicht so gefragt war und viele Veranstaltungen am Wochenende stattfanden, wo ich aus der Gemeinde fehlen würde. Oder ich beginne zu Arbeiten. Ich brachte all diese Varianten vor Gott und wartete auf eine Antwort. In diesem Sommer war ich im Juni in Rumänien und ich suchte Online nach Arbeitsstellen. Ich sah, dass genau die Firma eine Stelle für einen extrem tollen Job ausschrieb, die ich bei der Diplomarbeit hatte, und sonst keine Firma diese Stelle freihätten, die ich wollte. Und ich setzte dieses Zeichen vor Gott: Wenn ich aus Rumänien zurück in Österreich bin und diese Stelle noch nicht vergeben ist, werde ich mich bewerben. Gesagt, getan. Als ich zwei Wochen später ankam in Österreich und die Stelle noch offen war, wusste ich, dass Gott wollte, dass ich mich da bewerbe.

Ich schickte also die Bewerbung ein, setzte aber noch ein Zeichen vor Gott: Wenn mich diese Firma sofort annimmt, dann heißt es, dass ich arbeiten gehe, aber wenn sie mich ablehnt, dann gehe ich studieren. Damit ich Studieren konnte, musste ich mich bis 1. September anmelden. Doch Gott ließ sich Zeit. Er wollte mich das Warten lehren. Die Firma antwortete nicht und ich fragte nach, doch sie sagten, dass sie noch etwas warten möchten. Ich war lange im Gebet für diese Entscheidung, denn ich wusste, diese entscheidet mein ganzes leben, beruflich gesehen. Und wisst ihr wann ich die Antwort erhalten habe, dass ich angenommen wurde? Am 31. August, einen Tag vor Anmeldeschluss bei den UNIs. Das Zeichen hat sich erfüllt, Gott wollte das ich diesen Job bekommen. Dieser Job ist das beste, dass mir je passieren konnte, ich liebe meine Arbeite. Ich wusste damals noch nicht so genau, dass ich so fasziniert sein kann von Automatisierungstechnik und Sondermaschinenbau, aber Gott wusste das, und deswegen hatte er mich so gesegnet.

Jedes Mal, wenn ich jemandem diese Geschichte erzähle oder wenn ich wieder daran denke, wie Gott in meinem Leben so toll gearbeitet hat, baut es meine Glauben auf, es lädt meine Glaubensbatterien wieder auf und mit neuer Kraft kann ich durchs leben gehen. Ich sehe nun, dass, auch wenn ich eigentlich gegen Gott gehandelt habe in diesem Jahr, er immer für mich und an meiner Seite gekämpft hat. Er segnete mich mit einem hervorragenden Job aber mehr als das, er segnete mich mit einer Erfahrung die nicht nur mich, sondern auch viele andere aufbaut. Danke Gott, du bist der beste! ;)

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